Kapelle

1876 wurde auf dem Friedhof des damaligen Fischerdorfes eine Friedhofskapelle errichtet. Baumeister war Friedrich Kräger, dessen Name an einer Tafel am Eingang vermerkt ist.

Seit Errichtung des Raketenwerkes 1936 wurde die Kapelle, die nun im militärischen Sperrgebiet stand, vernachlässigt und war über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben. Den 50. Jahrestages des ersten Bombenangriffs auf Peenemünde in der Nacht vom 17. zum 18. August 1943 nahm die Kirchgemeinde 1993 zum Anlass, die Kapelle wieder aufzubauen. Diese war so stark beschädigt, dass sie in historisierender Form neu aufgebaut wurde. Der Innenraum wurde neu gestaltet. Die Kapelle soll heute auch als Gedenkstätte an die Opfer von Peenemünde dienen. Die Einweihung erfolgte am Gedenktag, am 18. August 1993.

Baubeschreibung

Das Äußere

Die Kapelle ist ein Fachwerkbau und als Oktogon, einem Achteck, ausgeführt. Den oberen Abschluss bildet ein achtteiliges Dach mit einem laternenartigen Aufsatz, welcher die Form der Kapelle im Kleinen wiederholt. Die Dacheindeckung besteht aus spanischem Schiefer, die Bleihaube auf der Laterne und das darauf stehende Edelstahlkreuz bilden eine geschmackvolle, optische Einheit im Material.

Das Innere

Die Gestaltung des Innenraums ist nach einem neuen Konzept im Hinblick auf die veränderte Funktion der Kapelle auch als Gedenkstätte vom Stralsunder Maler und Restaurator Hermann Lindner entworfen worden. Die Wände des Oktogons sind in Schwarz und Weiß gehalten. Die von einer sternförmig zulaufenden Balkenkonstruktion getragene Holzdecke ist ebenfalls in einem hellen Ton gefasst. Der Raum soll so in seiner Neutralität wirken. Bestimmend dabei ist die Gestaltung der schwarz-weiß, diagonal gegliederten Altarwand. Sie ist Träger einer hölzernen Tafel, die als freischwebende Fläche erscheint, mit abgewinkelter Altarplatte. Durch die beidseitigen originalen Sprossenfenster ist der Lichteinfall auf die Altarplatte gerichtet.

Glocke

Die Glocke im Kirchenvorhof wurde 1993 zum Gedächtnis für die Opfer von Peenemünde gestiftet und geweiht. Sie befindet sich in einem freistehenden Glockenstuhl. Die Inschrift auf der Glocke gibt den Stiftungsanlass wieder und nimmt direkten Bezug auf das Bauwerk als Mahnmal gegen den Krieg.

Gedenkstein

Auf dem Friedhof steht ein Gedenkstein, der 1930 zuerst etwas erhöht in einer kleinen Denkmalanlage am Uferrand des Peenestroms aufgestellt wurde.

Der Plan zur Aufstellung des Steins stammte von der Greifswalder Gesellschaft der Freunde zum Studium Schwedens. Der aus Schweden stammende und in einer Wismarer Werkstatt bearbeitete Stein wurde am 26. Juni 1930 anlässlich des 300. Jahrestages der Anlandung der schwedischen Armee unter König Gustav II. Adolf während des Dreißigjährigen Krieges 1630 bei Peenemünde von den Studentischen Korporationen der Greifswalder Universität mit dem dortigen Professor Paul aufgestellt. Er trägt die Inschrift: Verzage nicht. Du Häuflein klein! Gustav Adolf landete hier Mitsommer 1630, Deutsche Verehrer seines Volkes errichteten 1930 diesen Stein.

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